Austrian Management Review 9

Analysen, Interpretationen und Perspektiven

Das Überleben von Organisationen hängt von ihrer Veränderungsfähigkeit ab. In einem sich kontinuierlich wandelnden Wettbewerbsumfeld entstehen laufend Optimierungsmöglichkeiten, um entweder aktuelle Problembereiche zu identifizieren und Weiterentwicklungsimpulse zu setzen oder sich proaktiv auf mögliche Zunkunftsentwicklungen vorzubereiten und Chancen frühzeitig erkennen und ergreifen zu können. Punktuell ist ein Blick von außen hilfreich, um Defizite oder Entwicklungsoptionen klarer zu sehen. In diesem Beitrag stellen wir die Konzepte des Scientific Consulting (SciCon) und der Scientific Investigation (SciIn) vor. Es baut auf einem abduktiven Vorgehen zur Organisationsanalyse auf. Wissenschaftliche Konzepte helfen die Druckpunkte der Organisation zu erkennen und zu erklären und daraus tragfähige Weiterentwicklungsimpulse für Organisationen abzuleiten.

Möglichkeiten der Routinisierung kreativer Prozesse

Galten kreative Prozesse in der Vergangenheit noch als im Kern unorganisierbar, so richten viele Unternehmen beim Streben nach Innovationskraft heute den Blick auf Orte und Praktiken der „organisierten Kreativität“. Die reine Auswahl von Kreativen und deren Integration in Teams ist hierbei keineswegs ein Erfolgsrezept. Mindestens genauso wichtig sind formale und informale organisationsweite Strukturen und Praktiken. Hiervon ausgehend untersucht der folgende Beitrag das spannungsreiche Verhältnis von Kreativität und organisationalen Routinen. Statt die beiden Konzepte als Gegensätze zu verstehen, wird in der neueren Kreativitäts- sowie Routineforschung davon ausgegangen, dass das eine ohne das andere nicht auskommt.

Herausforderungen und Ressourcen im Übergabeprozess

Familienunternehmen prägen nach wie vor das Wirtschaftsgeschehen im deutschsprachigen Raum. Aktuellen Daten zufolge, fallen rund 88% der österreichischen Unternehmen unter die Definition von Familienunternehmen. Werden Ein-Personen-Unternehmen außer Acht gelassen, können noch immer mehr als die Hälfte (51%) der österreichischen Unternehmen der Klassifizierung als „Familienunternehmen im engeren Sinne“ (i.e.S.) zugerechnet werden. Diese Familienunternehmen i.e.S. beschäftigen fast zwei Drittel der Erwerbstätigen (65%; 1,8 Millionen Personen) und erwirtschaften mit rund 394 Milliarden Euro ca. 57% der Umsätze. Aufgrund dieser augenscheinlich hohen Relevanz ist ein langfristiges Weiterbestehen dieser Unternehmen von besonderem wirtschaftlichen Interesse.

Die Rolle von Sympathie in Teams

Die Frage, warum uns der eine Mensch sympathischer, der andere hingegen weniger sympathisch erscheint, gehört sicher zu den rätselhaftesten innerhalb der Sozialpsychologie. Da der Mensch allgemein ein Wesen ist, das auf Gemeinschaftsbildung angelegt ist, und speziell in der Gesellschaft der Moderne Arbeitsteilung und Teamarbeit wesentliche Funktionsvoraussetzungen bilden (z.B. im Rahmen agiler Organisationen), ist die Beschäftigung mit dem zwischenmenschlichen Aspekt der Zu- und Abneigung nicht nur interessant, sondern auch praxisrelevant. Nachfolgend wird den Fragen nachgegangen, welche Rolle Sympathie in Teams spielt, wie sich diese erfassen und erklären lässt und welche Gestaltungshinweise sich aus dem Umstand, wer mit wem kann, ableiten lassen. Die zwischenmenschliche „Strömungslehre“ ist nicht nur eine wichtige Bedingung gelingender Teamarbeit, sondern für den Einzelnen auch Quelle der Zufriedenheit, ja des Glücks am Arbeitsplatz.

Warum die klassischen Organisationsentwicklungsansätze an ihre Grenzen stoßen und was ihnen folgen wird

Die größte Zimmervermietung der Welt besitzt keine einzige Unterkunft und IT Experten sind die neuen Organisationsentwickler – was passiert hier? Jedenfalls verändern sich Geschäftsmodelle wie Organisationsformen radikal und Achtung! auch die Beratung selbst unterliegt diesem Wandel. Innovative „Gamification-Ansätze“ für die Organisationsberatung eröffnen hier neue Chancen für die OE-Beratung und deren Kundensysteme. Denn gut eingesetzt können mit Gamification bisher ungenutzte Potentiale freigelegt werden, um sehr schnell und unkompliziert Spannungsfelder in der Zusammenarbeit zu lokalisieren. Dieser Beitrag bespricht wesentliche theoretische Grundannahmen zur Wirkung von Spielen und skizziert mit „okhiyA“ ein Beispiel für eine konkrete methodische Umsetzung in der Beratungspraxis. Letztlich ist der Beitrag auch eine Einladung für einen weiterführenden kritischen Diskurs über neue Wege in der Organisationsentwicklung.

Fähigkeiten, Wandel und Leistungspotenzial

Führung ist eine Profession. Während es für viele Professionen feste Ausbildungscurricula gibt, wird Führungskräften bisweilen unterstellt, dass es an ihren Persönlichkeitscharakteristika liegt, ob sie effektiv agieren oder nicht. Doch ein näherer Blick auf die Aufgabenfelder der Führung zeigt, dass Führungsfähigkeiten aus dem Zusammenspiel von Führungsidentität, Führungswissen sowie Führungsmethoden resultieren und erlernbar sind. Die drei Felder sind integrativ zu betrachten, denn ohne gefestigte Führungsidentität – Haltung – verbleiben Führungswissen und Führungsmethoden weitgehend im Werkzeugkasten der Führungskraft und entfalten nicht die ihnen innewohnenden Potenziale. Wir zeigen diese Felder der Führungskräfteentwicklung – Management Development – auf und erläutern geeignete Zugänge, um zielgerichtet Einfluss auf den Lernprozess zu nehmen.

Wie Unternehmenskultur im Wandel wirkt

Digitalisierung ist eines der treibenden Schlagworte der letzten Jahre. Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen beschäftigen sich mit der Frage, wie sie auf diesen Megatrend reagieren können. Digitalisierungsbestrebungen mittels IT-Projekten wurden bereits in vielen Unternehmen gestartet. Warum diese Initiativen auf der Prozessebene nicht ausreichen und was Unternehmenskultur mit digitalem Wandel zu tun hat, betrachtet der folgende Artikel. 

Wie kann die tiefgehende Veränderung bewältigt werden

Obwohl einige Wissenschaftler vor zu viel Aufgeregtheit warnen und beispielsweise von einem digitalen Hype sprechen, scheinen doch einige Veränderungen auf Organisationen zuzukommen. Zumindest ist zunehmend Verunsicherung in Unternehmen zu merken. Wo Verunsicherung auftaucht, sind auch die Helfer nicht weit. BestsellerAutoren, Seminaranbieter und Berater überschlagen sich derzeit mit Angeboten zur Unterstützung der angekündigten tiefgehenden Transformationsprozesse in den Unternehmen. Das heterogene und undurchsichtige Angebot macht es für das Management nicht leichter. In diesem Beitrag wird diskutiert, wie Unternehmen fundiert feststellen können, welchen Handlungsbedarf sie haben und welche Ansätze aus theoretischer Sicht das Potenzial besitzen, bei der Bewältigung der eventuell anstehenden Transformation hilfreich zu sein.